Roswitha Maul

Die Dresdner Künstlerin Roswitha Maul beschäftigt sich in ihren Installationen, Objekten und Performances mit Materialtransformationen. Dabei verbinden ihre Arbeiten die Erforschung plastischer Prozesse mit Fragen der Energiegewinnung. Das geschieht bildlich, indem sie Motive wie Windräder und Öfen aufgreift, aber auch durch die Veranschaulichung von Transformationsprozessen. Roswitha Maul inszeniert eine Begegnung von Alternativen, die in unterschiedlichen Aggregatzuständen auf das gleiche Motiv verweisen: 
In ihrem aus Kunstharz gegossenen Kachelofen erzeugen die mechanischen Vorgänge von Computern anstelle von Holzscheiten die Wärme. Die Datenströme unserer Kommunikation erweisen sich in doppelter Hinsicht als energievoll, durch Abwärmerückgewinnung und als Potential gesellschaftlichen Austauschs. 
Wenn die Künstlerin historisch anmutende Windmühlenmodelle mit aerodynamischen, neuen Rotorblättern ausgestattet, belegt sie damit zum einen die historische Kontinuität in der Nutzung erneuerbarer Energien und fragt zum anderen, ob die unter dem Begriff der „erneuerbaren Energien“ gefeierte Innovation nicht vielleicht nur als Relaunch unter neuem Label erscheint. In ihrer Serie „portraits of package material“, gibt die Künstlerin alltäglichen Wertstoffen und Verpackungsmaterialien ein Gesicht und stellt ihre Verwendung so neu zur Diskussion. 
Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders beschäftigen Roswitha Maul nicht nur in ihren künstlerischen Arbeiten, sondern auch in ihrem Engagement für die Entstehung einer neuen Kultureinrichtung in Dresden. Das von ihr mitgegründete Projekt „Zentralwerk“ verhilft einer alten Fabrik zu neuem Leben, indem es sie nachhaltig entwickelt und dabei Akteure aus den Bereichen der Kunst, der Wissenschaften und der Architektur zusammenbringt.