Andrzej Steinbach

Andrzej Steinbach, geboren 1983 in Czarnków (Polen), lebt und arbeitet in Berlin. 2015 Abschluss als Meisterschüler bei Prof. Heidi Specker an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB). Gewinner u.a. des „Bundespreis für Kunststudierende“ 2017, des „Sächsischen Landesstipendium für Meisterschüler“ 2016 und den "Wüstenrot Stiftung Dokumentarfotografie Förderpreis 11“. Vertreten in den Sammlungen u.a. des Museum of Modern Art (New York), der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, dem Folkwang Museum Essen und dem Fotomuseum Winterthur. Ausstellungen u.a. im MoMA, der Kunsthalle Wien, den Deichtorhallen Hamburg, dem Centre for Contemporary Photography (Melbourne) und der Bundeskunsthalle Bonn. 



Figur II, from the Series Untitled (Figur I, II)

2015,  Auszug aus 184 Fine Art Prints, je 90 x 60 cm, Ed. 2 /5 + 2 AP


Die fünfteilige Serie Figur II zeigt den Prozess einer Vermummung. Eine junge Frau wickelt ein schwarzes Tuch um ihren Kopf, im letzten Foto sind nur noch ihre Augen sichtbar. Auf den Grund der Vermummung lässt sich aus dem, was die Fotografien zeigen, nicht schließen. So individuell wie dieses serielle Porträt zu sein scheint, so sehr wirkt es in der scheinbar nüchternen Dokumentation der Handlungsfolge universell und typologisch. Was zeigt ein Foto – und was verhüllt beziehungsweise verbirgt es? Wer ist diese „Figur“, was tut sie und was ziehen wir als Betrachter*innen für Schlüsse? Sind die vermummte und die unvermummte Person Facetten derselben Identität oder zeigt einer der beiden Pole etwas „eigentliches“, welches als „echt“ zu bezeichnen wäre? Steinbachs seriellen Fotografien lassen all diese Fragen offen und verweisen so auf das Verhältnis von Subjekt und (sozialem) Kontext, Individuum und Gesellschaft.