"Ich wollte spezifische Themen malen. Aber dabei ist mir nur Schwarz, Schwarz, Schwarz eingefallen. Ich habe nichts anderes können. Ich habe vorher nicht geahnt, dass das so sein wird. Mehr als einmal habe ich versucht abzubrechen. Aber es ist mir nicht gelungen. Ich habe vielmehr gesehen, dass die Qualität und die Wahrheit des Bildes nun wächst, wenn es sich mehr und mehr verdunkelt." -Arnulf Rainer-

ARNULF RAINER
Vier Hände, zwei Füße, 1978

51 x 73 cm
Öl auf Malpappe
Signatur: o.: monogramm.; verso: sign., dat. und bez.

ARNULF RAINER
Face Farce, 1970

52 x 40 cm
Ölkreide auf Fotografie
signiert: "A. Rainer"


"Ein Bild vollenden ist für Rainer deshalb meistens gleichbedeutend damit, es - wie er es selbst formulierte - zu "verlassen", d.h., es aus der Hand zu geben (...). Denn so lange (und gerade, weil) seine Werke nicht abgeschlossen sind - und es im Prinzip niemals sein werden -, beschäftigen sie ihn mehr und mehr ... Genau dieses Fast, das Noch-nicht-Ganz, diese Lücke, die in einem Winkel, der Bildoberfläche eine Tür zur Zukunft offen lässt, all dies hält ihn als Künstler am Leben. Das erklärt auch seine Bindung ans Informel, das für ihn "immer ein Zustand (war), wo alles möglich ist, aber noch nichts ausgeprägt ist. Das heißt, ein Zustand der Possibilität (...), wo noch keine Entscheidung zugunsten von irgendetwas gefallen sind. Ein Zustand, wo keinerlei Fixierung stattfindet, ein Reinzustand der Possibilität."

Arnulf Rainer in: ders., Aller Anfang ist schwer". Frühe Arbeiten 1949-1961, Kat. d. Ausst. Arnulf Rainer Museum, Baden 2009/1010.

ARNULF RAINER
Karl Kraus, 1984

121,5 x 80 cm
Öl und Ölkreide über Silbergelatineabzug auf Holz

ARNULF RAINER
Selbstüberzeichnung, 1969-1970

49,5 x 40 cm
Öl, Ölkreide auf Fotografie
Signatur: "A. Rainer"

ARNULF RAINER
Das andere Ufer, n.d.

59,9 x 50 cm
Tusche, Öl auf Fotografie


"Seit ich zeichne, plagt mich ein Unvergnügen über alles, was ich produziere. Ich wünsche Dinge ohne Schwächen, ohne fortwährende Aufforderung einzelner Details, sie zu korrigieren. 1949 entdeckte ich für mich die Anfüllung, 1950 die Überfüllung, 1951 die Zerkleinerung und permanente Überarbeitung, 1954 die Übermalung. Die Strategien halfen mir etwas aus dem Dilemma, in dem ich mich immer wieder bei meiner Arbeit befand. Die ewige Empfindung des Fragmentarischen, Halben, Unfertigen, die ich gegenüber meiner Arbeit habe, war der Motor für alle meine neuen Schritte. (...)"

Arnulf Rainer, "Warum ich bis 1953 sehr viele meine Arbeiten zerriss, verheizte oder in den Papierkorb stopfte", 1969

ARNULF RAINER
Ohne Titel, um 1984

102 x 73 cm
Öl auf Holz

ARNULF RAINER
Ohne Titel, n.d.

48 x 61 cm
Öl und Ölkreide auf Fotografie
Signiert: "A. Rainer"


Das Werk Arnulf Rainers kann nicht in Stile oder Richtungen eingeordnet werden. Action Painting, Informel, Nouveau Realism, Minimal Art, Fluxus, Arte Povera, Farbfeldmalerei sowie monochrome Malerei ̶ alle diese Strömungen ziehen sich durch seine Arbeit, berühren sein Werk, aber letztlich ist es all das nicht. Rainer bleibt ein Einzelgänger in seiner Kunstform.

Dieter Honisch, 1980 -

ARNULF RAINER
Kopf, 1969

25 x 22 cm
Tusche, Ölkreide auf auf Papier