Parallel Vienna 2020 - JOHANNES KOFLER solo presentation

Johannes Kolfer (*1982 in Italien) lebt und arbeitet in Brixen. Kunstausbildung an der Staatliche Kunstlehranstalt „Cademia“ in St. Ulrich und der Freien Universität Bozen, 2012–2016 Studium der Malerei bei Markus Lüpertz und Siegfried Anzinger an der Kunstakademie in Düsseldorf.

In seinen Bildwelten unternimmt er immer wieder den vornehmen Versuch die Welt zu erklären und bedient sich dabei an allem, was optisch emotional sein Interesse weckt. Banale und alltägliche Situationen, absurde Augenblicke, Landschaften, Stillleben, Akte, geschichtliche Ikonografie, Erlebtes und Erfundenes, egal und einfach.

Nicht das Was sondern Wie ist Johannes Kofler wichtig; Bilder müssen funktionieren. Es geht um die Sicht der Dinge und deren Übertragung auf die Leinwand, ohne dem/der Betrachter/in das Ende aufzubinden, ihn/sie einzuladen sich seine/ihre eigene Welt zu kreieren und eigene Antworten zu finden, auf Fragen die wir uns im Kollektiv stellen.

In diesem Versuch spielt das Scheitern, das ins Abseits Schlittern, die Verfehlungen, aber auch die Erfolge und das Richtigliegen eine große Rolle. Sich romantisch und tollpatschig dem Leben zu widmen, das spiegelt sich in Johannes Koflers Malerei wider. Es geht um das Zulassen, im Fluss zu sein, die Schönheit des Lebens zu feiern, samt Höhen und Tiefen. Den Schmerz im Schönen zu verarbeiten und umgekehrt.

Wobei die Art der Malerei, die „Peinture“, und ihre Qualität absolut im Vordergrund steht, nackt und rücksichtslos.

Johannes Kofler arbeitet vorwiegend in Ölfarbe auf Leinwand. Das Gemälde beginnt mit der ersten Grundierschicht. Komposition und Darzustellendes entstehen sehr schnell in der ersten Farbschicht, ohne Vorskizze. Gemalt wird im Kopf, der Zufall ist willkommen. Die restliche Komposition von Farben und Flächen entsteht über einen längeren Zeitraum, in vielen Schichten bis zur Fertigstellung. Von vorne nach hinten gemalt entsteht eine fast gewöhnliche Räumlichkeit, trotz ungewohnter Technik. Eine gegenständliche Malerei, welche sich an der Grenze zum Abstrakten definiert.