Sebastian Jung

Sebastian Jung, geboren 1987 in Jena, lebt und arbeitet in Leipzig. 2013 Abschluss des Studiums der Kunst und Gestaltung mit dem Design-Diplom an der Bauhaus-Universität Weimar. Stipendium der Stiftung Kunstfonds 2018 und des Freistaates Thüringen 2017. Ausstellungen u. a. Im Neuen Kunstverein Wuppertal, in der Galerie Waidspeicher der Kunstmuseen Erfurt, im NS-Dokumentationszentrum München und dem Kunsthaus Gera. Publikationsbeteiligung an u.a. „What's up Abendland“, Magazin für ständige Aufklärung (Imaginata Jena) und „Ost*Deutsch/Now. Betrachtung zu Ostdeutschland aus Kunst, Theorie und Praxis" (Kerber-Verlag).



„Demonstationsversuch gegen die Coronamaßnahmen (21.11.2020)“

Serie von 103 Zeichnungen, Graphit auf Papier, 21 x 14,8 cm, 2020


Sebastian Jung zeichnet Menschen an öffentlichen Orten, oftmals Menschenmengen, sie sich zu Demonstrationen zusammengefunden haben. Mit schnellen Strichen skizziert er Figuren und Figurenkonstellationen und wesentlich auch den Ausdruck, den die Personen mimisch oder gestisch aufweisen. Eine Fernsehjournalistin lächelt, ein Plakatträger ballt stiernackig die Faust, eine Reihe von Personen fuchtelt hinter eine Absprerrung wild mit den Armen. Der Anlass der Demo ist oft erkennbar, etwa wenn Plakate lesbar sind, jedoch liegt in Jungs Arbeit der Schwerpunkt gerade auf der Ähnlichkeit, die jedwede Form von Demonstrationen haben.  Der Körper auf der Straße als Ausdruck des politischen Willens wird hier vorurteilsfrei dokumetiert und die Demo als Phänomen einer gemeinschaftlichen und öffentlichen Äußerung als plurale Körpersprache sichtbar gemacht.