Carsten Busse

Der Papierschnitt nimmt seit 2019 einen großen Raum im Schaffen des Leipziger Künstlers Carsten Busse ein. Erste Arbeiten dieser Technik entstanden bereits in den 1990er Jahren im Kontext seiner Aktivitäten mit dem anarchistischen Kunstkollektiv „solitaire factory“, welches er 1991 mitbegründete. Mehrfach komplettierten Papierschnitte die Installationen und Aktionen der Gruppe.

Heute, wie damals, bearbeitet Carsten Busse in seinen Werken aktuelle politische Ereignisse und verbindet Popkultur mit (Kunst)historischen Verweisen. Dabei stellt sich der Autodidakt, durch die Flüchtigkeit des gewählten Materials und den temporären Charakter seiner räumlichen Interventionen, bewusst gegen die Vermarktungsvorgaben eines ausschließlich profitorientierten Kunstmarktes.

Gegenwärtig greift Busse in seinen Papierschnitten Themen der Architektur und Industriekultur auf. Graffiti werden kombiniert mit Skizzen Leonardo da Vincis und wandfüllende Arbeiten transportieren die beschmierten Fassaden und Kulissen verfallener Leipziger Baudenkmäler in den Galerieraum.