Ulrike Dornis

Die Berliner Künstlerin Ulrike Dornis setzt in ihren Malereien bekannte Sujets und Figuren der Kunstgeschichte radikal neu in Szene. Dabei arbeitet Sie, ganz im Sinne akademischer Traditionen, mit Modellen. Dieses künstlerische „Hilfspersonal“, wird von Dornis als gleichberechtigt Handelnde eingesetzt. Ihre weiblichen Modelle sind nämlich aufgefordert, Motive und Haltungen aus dem kunsthistorischen Erbe zu „reenacten“. Die Frauen sind nicht nur Gliederpuppen, um Proportionen und Schattenverläufe zu klären, sondern interagieren vielmehr mit der Künstlerin und dem historischen Bildgedächtnis. 


Die Gemälde, die Dornis als Vorlage dienen, entstammen der Zeitspanne zwischen Renaissance und Impressionismus. Die aktuell engagierten Modelle werden im Prozess mit dem recherchierten Bildmaterial konfrontiert und reagieren spontan, indem sie dieses im Sinne eines Tableau vivant nachstellen. Da die Frauen zum Teil ausgebildete Schauspieler*innen bzw. Performer*innen sind, erscheinen ihre Posen als aktive Interpretationen der Vorlagen, die das Gezeigte nicht kopieren, sondern neu deuten. 


Im Atelier von Ulrike Dornis wird die Ausgangssituation, des ursprünglich mit Hilfe von Modellen entstandenen Gemäldes, noch einmal nachvollzogen und so der Historie enthoben. In ihren Bildern begegnen uns Judith, Aeneas, Abraham und Isaak unmittelbar und als Zeitgenössinnen.